Retro Benevento Trikot – Die Hexen aus dem Sannio
In den Hügeln Kampaniens, wo der Calore und der Sabato aufeinandertreffen, liegt Benevento – eine Stadt mit zweitausend Jahren Geschichte, römischen Triumphbögen und einer Fußballlegende, die sich gewaschen hat. Benevento Calcio, gegründet 1929, trägt den Beinamen „Le Streghe" – die Hexen – in Anlehnung an den jahrhundertealten Mythos der tanzenden Hexen unter dem Walnussbaum am Sabato-Fluss. Diese mystische Identität prägt den Klub bis heute: Niemand hätte gedacht, dass dieser bescheidene Verein aus einer Provinzstadt mit rund 55.000 Einwohnern jemals die Bühne der Serie A betreten würde. Und doch geschah genau das. In Gelb und Rot – den Farben der Giallorossi – kämpften sich die Sanniten Jahrzehnt für Jahrzehnt durch die unteren Ligen Italiens, bis ein Wunder passierte, das ganz Fußball-Italien in Staunen versetzte. Wer ein retro Benevento Trikot trägt, trägt ein Stück dieser verrückten, romantischen Geschichte auf der Haut – und gehört zu jenen, die wissen, dass Fußball mehr ist als Titel und Trophäen.
Vereinsgeschichte
Die Geschichte von Benevento Calcio ist eine der unwahrscheinlichsten Erzählungen des europäischen Fußballs. Gegründet im Jahr 1929, verbrachte der Verein die ersten Jahrzehnte seines Bestehens tief in den Niederungen des italienischen Amateurfußballs. Serie C, Serie D, Aufstiege und Abstiege – der Rhythmus war der eines Klubs, der nie wirklich aus dem Schatten heraustreten sollte. Doch im Jahr 2016 begann sich das Schicksal zu wenden. Unter Trainer Marco Baroni spielte Benevento eine überragende Saison in der Serie B und sicherte sich 2017 den direkten Aufstieg in die Serie A – zum allerersten Mal in der Vereinsgeschichte. Italien hielt den Atem an. Eine Stadt mit 55.000 Einwohnern, ein Stadion ohne internationalen Glanz, ein Kader ohne Weltstars – und dennoch Serie A. Was folgte, war eine Saison, die in die Annalen eingehen sollte. Benevento verlor seine ersten 14 Ligaspiele der Saison 2017/18 – ein trauriger Rekord für die höchste italienische Spielklasse. Die Medien schrieben den Klub bereits ab. Dann aber zeigten die Sanniten Charakter: Ausgerechnet gegen den AC Mailand, im Dezember 2017, erzielten sie in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 2:2 – ein Tor, das ganz Italien jubeln ließ und zum Symbol für den unbeugsamen Geist dieses Vereins wurde. Am Ende reichte es nicht zum Klassenerhalt, doch die Legende war geboren. Der zweite Akt folgte in der Saison 2020/21: Unter Trainer Filippo Inzaghi, einer lebenden Fußball-Ikone, gelang Benevento erneut der Aufstieg in die Serie A. Mit Spielern wie Gianluca Lapadula und einem aufregenden Offensivfußball begeisterte der Klub die gesamte italianische Halbinsel. Auch diese Serie-A-Episode endete mit dem Abstieg, doch der Verein hatte bewiesen, dass er kein Eintagsfliege war. Heute kämpft Benevento in der Serie C – dem dritten Aufstieg zurück in die Spitze des italienischen Fußballs entgegen. Lokale Derbys gegen Avellino und Caserta gehören zu den hitzigsten Begegnungen Süditaliens, geprägt von Leidenschaft, Stolz und dem tiefen Bewusstsein für die eigene Herkunft.
Große Spieler und Legenden
Wer die Geschichte von Benevento Calcio schreiben will, kommt an einer Handvoll unvergesslicher Charaktere nicht vorbei. Massimo Coda war in der Aufstiegssaison 2016/17 der Mann der Stunde: Der Stürmer aus Lecce traf mit eiserner Verlässlichkeit und führte die Giallorossi in die erste Serie-A-Saison ihrer Geschichte. Nicolas Viola, der kreative Motor im Mittelfeld, verkörperte jahrelang die spielerische Seele des Vereins – ein Spieler, der das Tempo kontrollierte und seine Mitspieler immer wieder in Szene setzte. Roberto Insigne – kleiner Bruder des Nationalmannschafts-Kapitäns Lorenzo Insigne – zählte ebenfalls zum Kader und trug den berühmten Familiennamen mit Stolz nach Benevento. Artur Ionita, der moldauische Mittelfeldspieler, war während der Serie-A-Saison 2017/18 einer der kampfstärksten Akteure auf dem Platz und erlangte durch seinen Einsatz besondere Wertschätzung bei den Fans. In der zweiten Serie-A-Saison unter Filippo Inzaghi überragte Gianluca Lapadula – halb italienisch, halb peruanisch, ganz Leidenschaft – mit Toren und Energie. Gaetano Letizia, der treue Rechtsverteidiger, ist seit Jahren die Konstante in einer sich stets verändernden Mannschaft und ein echtes Idol der Kurve. Auch Pasquale Foggia, heute als Sportdirektor tätig, prägte in seiner aktiven Zeit die DNA des Klubs. Trainer Filippo Inzaghi selbst – ehemaliger Weltmeister und Champions-League-Sieger – hinterließ in Benevento Spuren weit über das Sportliche hinaus: Er brachte Glamour, Professionalität und eine Mentalität des Gewinnens in eine Stadt, die es nicht gewohnt war, im Rampenlicht zu stehen.
Ikonische Trikots
Das Benevento retro Trikot ist in erster Linie ein Statement in Gelb und Rot – den Farben der Giallorossi, die seit Jahrzehnten die Identität des Klubs prägen. Die frühen Trikots aus den 1980er- und 1990er-Jahren waren schlicht gehalten: breite Streifen in Gelb und Rot, keine aufwendige Grafik, dafür echter Charakter. Das Wappen mit dem Stadtsymbol – oft kombiniert mit dem stilisierten „B" für Benevento – hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt und spiegelt die wechselhafte Geschichte des Vereins wider. Mit dem Aufstieg in die Serie A 2017 kamen modernere Designs, internationale Ausrüster und Trikots, die erstmals in ganz Italien getragen wurden. Das Heimtrikot der Saison 2017/18 – gelb dominiert mit roten Details – ist unter Sammlern besonders begehrt, da es das erste Serie-A-Trikot des Vereins überhaupt darstellt. Auch das Auswärtstrikot jener Saison, oft in Weiß oder Dunkelblau gehalten, hat seinen Platz in der Sammler-Geschichte gesichert. In der zweiten Serie-A-Ära unter Inzaghi (2020/21) experimentierten die Designer mit modernen Mustern und zeitgemäßen Schnitten, ohne die traditionellen Vereinsfarben aufzugeben. Für Liebhaber klassischer Fußballästhetik sind gerade die schlichten Trikots aus den Aufstiegsjahren ein Muss – handwerklich einfach, historisch aber unschätzbar wertvoll.
Sammlertipps
Wer ein Benevento retro Trikot sammelt, sollte vor allem auf die Saisons 2017/18 und 2020/21 achten – die beiden einzigen Serie-A-Epochen des Klubs und damit die begehrtesten Stücke am Markt. Match-worn Exemplare aus diesen Jahren sind äußerst selten und können bei Auktionen erhebliche Preise erzielen. Replica-Trikots in gutem Zustand – möglichst mit originalem Aufnäher und ohne Verblassung – sind die zugänglichere Alternative für ambitionierte Sammler. Auch die Aufstiegstrikots aus der Serie-B-Saison 2016/17 sind inzwischen gesuchte Raritäten. Auf Vollständigkeit des Drucks, Echtheit der Logos und Originalverpackung achten – diese Faktoren entscheiden über den langfristigen Sammlerwert.