Retro Clermont Trikot – Geschichten aus dem Stade Gabriel-Montpied
Clermont Foot 63 ist einer dieser französischen Vereine, die jahrzehntelang im Schatten der grossen Namen lebten und dennoch ihre eigene unverwechselbare Identität pflegten. Beheimatet in der Hauptstadt der Auvergne, einer Region, die mehr für Vulkane, Käse und Rugby bekannt ist als für Fussball, hat sich der Klub mit den blau-roten Farben über Generationen einen Platz im französischen Fussballherzen erkämpft. Wer ein retro Clermont Trikot besitzt, hält ein Stück Provinzfussball in den Händen – ehrlich, hart erarbeitet, ohne Glamour, dafür mit Charakter. Clermont steht für jenes Frankreich abseits von Paris, Marseille und Lyon, für Vereine, die mit kleinem Budget und grosser Leidenschaft überleben. Genau diese David-gegen-Goliath-Mentalität macht den Verein für Sammler so reizvoll. Ein retro Clermont Trikot erzählt nicht von Champions-League-Nächten, sondern von eisigen Dienstagabenden im Stade Gabriel-Montpied, von hart umkämpften Aufstiegsduellen in der Ligue 2 und vom unerwarteten Märchen, als der Klub 2021 erstmals in seiner Geschichte den Sprung in die Ligue 1 schaffte und damit einen Traum vieler Auvergnaten Wirklichkeit werden liess.
Vereinsgeschichte
Die Wurzeln von Clermont Foot 63 reichen zurück bis ins Jahr 1911, als der Verein unter dem Namen AS Montferrandaise gegründet wurde – eng verbunden mit der Reifenfabrik Michelin, die das wirtschaftliche und sportliche Leben der Stadt jahrzehntelang prägte. In den frühen Jahren bewegte sich der Klub im Schatten des übermächtigen ASM Clermont Auvergne, des berühmten Rugby-Vereins, der die Sportkultur der Stadt dominierte. Erst nach mehreren Fusionen und Namensänderungen entstand 1990 schliesslich der heutige Verein Clermont Foot 63, benannt nach dem Département Puy-de-Dôme. Lange Zeit pendelte der Klub zwischen den unteren Profiligen, ehe der Aufstieg in die Ligue 2 im Jahr 2007 eine neue Ära einläutete. Es folgten Jahre des soliden Mittelfeldfussballs, geprägt von cleverem Scouting und einem schmalen Etat. Ein historischer Moment ereignete sich 2014, als Helena Costa als erste Frau Cheftrainerin eines französischen Profiklubs bei Clermont vorgestellt wurde – ein Schritt, der weit über die Grenzen Frankreichs hinaus Schlagzeilen machte. Der absolute Höhepunkt kam jedoch im Mai 2021, als Clermont unter Trainer Pascal Gastien nach 110 Jahren Vereinsgeschichte erstmals den Sprung in die Ligue 1 schaffte. Im Eröffnungsspiel gegen Bordeaux fielen den Fans Tränen der Freude. Die folgenden Jahre im Oberhaus brachten denkwürdige Duelle gegen Paris Saint-Germain, Olympique Marseille und Lyon – Spiele, in denen die Auvergnaten als Underdog auftraten und manchmal überraschten. Die Rivalität mit Saint-Étienne, dem grossen Nachbarn aus dem benachbarten Forez, sorgt zudem für Lokalkolorit, auch wenn die geographische Distanz nicht so gering ist wie bei klassischen Derbys.
Große Spieler und Legenden
Die Liste der Clermont-Legenden liest sich anders als jene der grossen französischen Klubs – hier findet man weniger Weltstars, dafür umso mehr Helden des Alltags, die sich in die Herzen der Anhänger gespielt haben. Trainer Pascal Gastien, der den Verein von der Ligue 2 in die Ligue 1 führte, gilt als die prägende Figur der modernen Vereinsgeschichte. Sein ruhiger, analytischer Stil und seine Loyalität gegenüber dem Klub machten ihn zu einer Vaterfigur für eine ganze Spielergeneration. Mohamed Bayo, der torhungrige Stürmer aus Guinea, war der Mann, der mit seinen Treffern den historischen Aufstieg ermöglichte – seine Tore in der Aufstiegssaison 2020/21 sind bis heute unvergessen. Auch Jodel Dossou, der mit Tempo und Übersicht das Offensivspiel orchestrierte, gehört zu den Gesichtern dieser goldenen Phase. Im Tor stand mit Arthur Desmas ein zuverlässiger Rückhalt, dessen Paraden in entscheidenden Spielen oft den Unterschied machten. Aus früheren Zeiten erinnern sich ältere Fans gerne an Spieler wie Lamine Diatta oder Damien Tixier, die das Vereinsleben in den schweren Jahren prägten. Auch der Durchgang zahlreicher afrikanischer Talente, die in Clermont ihre erste europäische Bühne fanden, gehört zur Identität des Klubs – Spieler wie Famara Diédhiou oder Salis Abdul Samed nutzten die Auvergne als Sprungbrett zu grösseren Vereinen. Sportdirektoren und Scouts haben über die Jahre ein Auge für unentdeckte Talente entwickelt, was Clermont den Ruf einbrachte, ein kluger Ausbildungsverein zu sein.
Ikonische Trikots
Die Trikothistorie von Clermont Foot 63 ist geprägt von der charakteristischen Kombination aus Royalblau und Rot – Farben, die seit der Vereinsgründung das Erscheinungsbild bestimmen. In den 1990er-Jahren trug der Klub klassische, schlicht geschnittene Trikots mit grossflächigen Blauanteilen und roten Akzenten an Kragen und Ärmeln, oft mit lokalen Sponsoren aus der Auvergne, darunter Reifenhersteller mit unmittelbarem Bezug zur Region. Die 2000er brachten modernere Schnitte und experimentellere Designs, mit Streifenmustern und kontrastierenden Schultern. Besonders begehrt unter Sammlern sind die Trikots aus der Aufstiegssaison 2020/21, in denen der Klub das Wappen mit besonderem Stolz trug – diese Shirts gelten heute als die ikonischsten in der Vereinsgeschichte. Auch das erste Ligue-1-Trikot der Saison 2021/22, mit dem Clermont sein Eröffnungsspiel im Oberhaus bestritt, hat unter Sammlern Kultstatus erreicht. Hersteller wechselten über die Jahrzehnte mehrfach, von kleineren französischen Marken bis zu Adidas und Kappa. Wer ein retro Clermont Trikot sucht, achtet auf Originalwappen, korrekte Sponsoren der jeweiligen Saison und auf den charakteristischen Auvergne-Schriftzug, der einige Sondereditionen ziert.
Sammlertipps
Beim Sammeln von Clermont-Trikots stehen die Aufstiegssaison 2020/21 sowie die erste Ligue-1-Spielzeit 2021/22 ganz oben auf der Wunschliste. Match-worn-Exemplare aus dieser Phase sind selten und entsprechend wertvoll – achten Sie auf Spielernamen wie Bayo, Dossou oder Berthomier sowie auf authentische Patches der Ligue 1. Replikas aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren sind schwerer zu finden, da Clermont damals nur in begrenzten Auflagen produzierte. Prüfen Sie Nähte, Wappenstickerei und Sponsoraufdruck auf Authentizität, und bevorzugen Sie Trikots in sehr gutem Zustand ohne Risse oder verblasste Farben.